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Italien bebt 12 November 2016
Italien wurde in den vergangenen Wochen und Monaten von mehreren Erdbeben heimgesucht, die hunderte Todesopfer gefordert und enorme materielle Schäden verursacht haben.
Die seismologischen Entwicklungen die in letzter Zeit in diesem Land stattfinden, beschäftigen mich gedanklich sehr. Umso mehr, da ich voriges Jahr noch das Wahlfach "Geodesy and natural hazards" gefolgt habe, das sich mit Erdbeobachtung (Remote Sensing) zur Überwachung, Beherrschung und eventueller Prognostizierung von Naturgefahren befasst. Die abschließende Aufgabe für dieses Fach war das Verfassen eines wissenschaftlichen Aufsatzes über eine eigene interferometrische Analyse von Radar-Aufnahmen einer selbstgewählen Naturkatastrophe: Ich habe mich damals für eine Untersuchung des Erdbebens nahe L'Aquila in Italien in 2009 entschieden (PDF Download). Dadurch weiß ich jetzt also ganz ordentlich über die allgemeine Geologie und die seismologischen Risiken des Apennins Bescheid.
Aus geowissenschaftlicher Sicht ist es im Prinzip wenig überraschend, aber trotzdem höchst interessant und lehrreich, was dort in den vergangenen Wochen alles passiert ist. Aus menschlicher und gesellschaftlicher Sicht hingegen ist die aktuelle Lage im Apennin als nichts anderes als ein Drama zu bezeichnen.
Obwohl eine genaue Vorhersage von Erdbeben noch immer so gut wie unmöglich ist, was den Seismologen nicht nachgetragen werden kann, wird hinterher doch immer (zu) viel spekuliert, besonders auf behördlicher und politischer Ebene. Vorläufig jedoch haben die geschädigten Einwohner der betroffenen Gebiete das Nachsehen: Es hat sich herausgestellt, dass, trotz wohlbekannter Geschichte häufiger und auch schwerer Erdbeben, die Befolgung bautechnischer Vorschriften bzgl. der Erdbebenbeständigkeit in diesen Gegenden leider über lange Zeit hinweg grob vernachlässigt worden ist, wodurch die meisten Bauwerke nicht Erdbebenbeständig sind. Das hat im April 2009 in L'Aquila und Umgebung (Mw 6.3) bereits einmal zu 308 Todesopfern geführt, sowie im August dieses Jahres in Amatrice u.U. (Mw 6.2) abermals zu 298 Todesopfern. Außerdem haben tausende Menschen ihre Häuser verloren und zahllose wunderschöne mittelalterliche Städtchen und Bergdörfer sind praktisch mit dem Erdboden gleichgemacht worden: siehe die untenstehende Filmaufnahme!
Der Hauptgrund, weshalb neulich am 30. Oktober in Sellano u.U. (Mw 6.5: Schwerstes Erdbeben in Italien seit 36 Jahren) nicht mehr als 3 Todesopfer und nur wenige dutzend Verletzte zu beklagen waren, ist weil in den vorhergegangenen Tagen (v.a. am 26. Oktober) schon einige kräftige Erschütterungen bis Mw 5.9 stattgefunden hatten, worauf die meisten Menschen bereits geflohen waren. Nichtsdestotrotz sind aber jetzt zehntausende Einheimische plötzlich obdachlos weil ihre Häuser entweder eingestürzt oder sicherheitstechnisch einfach unbewohnbar sind.
Die große Frage ist, ob diese Region jemals wieder bewohnt sein wird wie seit jeher, angesichts des auch in Zukunft verbleibenden und unverminderten Erdbebenrisikos. Sogar wenn in 10 Jahren alles wieder zur Ruhe gekommen scheint, wird vielleicht in 100 Jahren doch wieder eine Serie von schweren Erdbeben stattfinden; das ist so gut wie unvermeidbar. Ich habe auf jeden Fall Mitgefühl mit den Einheimischen und sehe noch viele große Herausforderungen für die Zukunft.
Mehr Informationen: Zeit (1), Zeit (2) und Spiegel Online.
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https://www.youtube.com/watch?v=_q64PdPBMjw
Ein neues Kapitel 5 November 2016
Seit vergangenem Dienstag, 1. November, bin ich offiziell als geotechnischer Berater bei Sweco angestellt.
Sweco ist ursprünglich eine Schwedische Firma und gilt seit der Übernahme von Grontmij Ende 2015 als das größte Architektur- und Ingenieurberatungsunternehmen Europas, mit mehr als 14.500 Beschäftigten und mit Niederlassungen in 14 europäischen Ländern. Der niederländische Zweig von Sweco hat ungefähr 1700 Arbeitnehmer, zu denen ich mich seit diesem Monat auch zählen darf.
Ich habe bereits während meiner Diplomarbeit mit Sweco Bekanntschaft gemacht und jetzt wird's also ernst. Obwohl ich meine erste Arbeitswoche bereits hinter mir habe, habe ich (natürlich) noch kaum etwas ausrichten können außer allerlei persönlicher administrativer und IT-bezogener Aufgaben. Doch ab nächste Woche erwarte ich, dass die Lernkurve rapide ansteigen wird... ich bin jedenfalls begeistert und sehr gespannt, wie sich alles entwickeln wird.
C.B. Houkes: National Geographic-Fotograf 2 Oktober 2016
Zugegebenermaßen ist der Titel dieser Nachricht ein bisschen übertrieben, aber doch fühle ich mich sehr geehrt, dass ein Foto von mir in einem National Geographic Kalender steht.
Im Frühjahr hatte ich mit drei Fotos an einem Landschaftsfotowettbewerb von National Geographic teilgenommen. Leider nicht gewonnen, aber wenige Wochen danach bekam ich dann doch noch die Nachricht, dass eines meiner Fotos für den National Geographic (NL) Abrisskalender 2017 ausgewählt wurde!
Es geht um das Foto nebenan, welches die Kalenderseite des 20. März schmückt. Ich fand es bloß lustig, um damit an dieser Stelle ein bisschen aufzuschneiden...
Zurück aus den Ferien und schon wieder abreisebereit 30 September 2016
Natürlich bin ich schon lange wieder aus Österreich zurückgekehrt, aber ich habe seitdem noch kaum Zeit für eine Nachricht auf meiner Homepage gehabt, was hauptsächlich mit verschiedenen anderen Reisen zu tun hatte.
Während der ersten freien Woche nach meiner Diplomprüfung in Holland, gefolgt von vier Wochen Urlaub in Österreich, konnte ich endlich meine Energiereserven wieder ein bisschen auffüllen und vor allem meinen ernsthaften Schlafmangel nachholen. Trotzdem waren August und September ein paar ziemlich lebhafte Monate – aber zum Glück in angenehmer Art und Weise.
Anfang August hatte ich nämlich angefangen mit Vorbereitungen für eine Reise zu einem Ziel das ich schon seit sehr langer Zeit von Herzen gerne einmal besuchten mochte: Island. Dies wurde ermöglicht dank des Beitrags meiner Eltern, als Geschenk für das Erlangen meines Ingenieurdiploms! Auf Grund von ausführlichen Erkundungen nach Reisemöglichkeiten, Anbietern und Preisen, konnte ich schließlich eine wohlüberlegte Wahl treffen für eine individuelle Rundreise von 11 Tagen. Diese Reise habe ich gebucht über den Reiseanbieter IJslandspecialist, der für mich sehr kurzfristig Flüge, Mietwagen und Unterkünfte organisiert hat. Obwohl der Reisezeitraum vollkommen frei und selbst zu bestimmen war, wollte ich aufgrund meiner verfügbaren Freizeit und der saisonabhängigen Wetterbedingungen unbedingt noch früh im September reisen. Also bin ich vom 4. bis 14. September in Island gewesen und kann ich jetzt zurückblicken auf eine unvergessliche Reise durch ein einzigartiges und unglaublich vielseitiges Land. Siehe zur Veranschaulichung evtl. die nachstehenden Filme (nicht selbst gemacht). Mehr Informationen und vor allem Fotos meiner Rundreise werden später folgen; lediglich eine kleine Kostprobe von 11 Fotos ist bereits auf der Seite Island 2016 im Fotoalbum zu sehen!
Zudem hatte ich mich Ende Juli für die Auslandexkursion der Abteilung Tunnelbau des Königlichen Niederländischen Vereins für Ingenieure (KIVI TTOW) angemeldet. Leider war ich wegen damaligen Studiumstresses spät mit der Anmeldung und kam ich auf die Warteliste. Erst in der Woche vor meiner Island-Reise wurde ich benachrichtigt, dass ein anderer Teilnehmer sich abgemeldet hatte und dass ich dadurch doch noch teilnehmen konnte. So kam es, dass ich vom 21. bis 24. September auch noch in Deutschland unterwegs war. Hier haben wir u.a. die Tunnelbohrmaschinenfabrik von Herrenknecht in Schwanau besucht, sowie drei im Bau befindlichen Eisenbahntunnel zwischen Stuttgart und Ulm, im Rahmen der Großbauprojekte Stuttgart21 und der neuen Magistrale für Europa. Ein kurzer Reisebericht mit ein paar Foto-Impressionen gibt es auf der Website des COB.
Zum Schluss melde ich mich bei dieser Gelegenheit ab für nächste Woche, da ich kurzentschlossen noch ein paar Tage für Familienbesuch nach Tirol fahre. Das werden für mich übrigens die ersten Herbstferien seit 2007! Ich dachte mir, ich kann meine Freizeit am besten noch ausnutzen solange ich noch keine feste Anstellung habe. Und was einer Anstellung betrifft: Ich bin mich gerade beim Bewerben und habe bis jetzt nur positive Rückmeldungen bekommen, wodurch ich sogar die Qual der Wahl habe. Eine technische Ausbildung hat eben seine Vorteile am Arbeitsmarkt...
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https://www.youtube.com/watch?v=HWqcBlJ8YWo
Es ist vorbei 23 Juli 2016
Die Aufgabe ist erledigt – und die Energie aufgebraucht. Bei dieser Gelegenheit eine kurze Abschiedsnachricht am Vorabend unserer Abreise nach Österreich, mit der stillen Hoffnung, dass dieser Abschied ein neuer Anfang einläutet.
In der Sekundarschule wurde oft gesagt, dass die Studentenzeit die schönste Zeit deines Lebens ist. Ich hätte nichts lieber getan, als diese Aussage zu bestätigen. Leider trifft dies in meinem Fall jedoch keinesfalls zu und kann ich keine Worte finden die meine Erleichterung beschreiben, dass es endlich vorbei ist.
Ich wollte eigentlich noch viel mehr erzählen, aber mir ist momentan nicht danach. Auf Wiedersehen, mach's gut.
Kurze Nachricht mit einer zur Jahreszeit passenden Filmaufnahme 5 Mai 2016
Leider bin ich zu beschäftigt mit meiner Diplomarbeit um neue Fotos oder was anderes zu publizieren, aber ein kürzlich aufgetretenes und äußerst seltenes Naturereignis kann ich doch nicht ignorieren.
Höchstwahrscheinlich kennst Du schon den Death Valley: Weltweit bekannt als der heißeste und trockenste Ort in den Vereinigten Staaten. Dieses enorme Wüstental besteht aus weniger mehr als ausgedehnte Sandflächen oder Salzpfannen, manchmal mit Sanddünen, rauhen Felsen und eventuell ein paar wenige Büschel mit verdorrtem Gras. Niederschlag kommt zwar vor, jedoch im Allgemeinen zu selten und zu wenig, um eine nennenswerte Flora instand zu halten.
Im Allgemeinen also. Aber wénn ein Mal schón genügend Niederschlag fällt, dann glaubt man seinen Augen kaum. Und dieses Frühjahr war es soweit: Eine seltene Niederschlagsmenge verursachte eine nahezu explosive Blüte von Pflanzen und Blumen. Diese Blüte wird auch "Superbloom" genannt und tritt nicht öfter als einmal pro Jahrzehnt auf. Wer Death Valley nur als trockene Wüste kennt (z.B. von Fotos oder Videos), hat wahrscheinlich den Superbloom noch nie gesehen. Und letzteren sollte man keinesfalls verpassen:
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https://www.youtube.com/watch?v=cQnSeL02GGk
So, und das war's dann auch wieder für dieses Jahr diesen Monat. Ein schönes Wochenende!
Die letzte Prüfung 23 Januar 2016
Vergangene Woche habe ich meine allerletzte Prüfung gemacht: Nach und nach kommt das Ende in Sicht.
Und das wird schön langsam Zeit, nach fast 7 Jahren! Übrigens war ich zu der Prüfung nicht verpflichtet, denn es war bloß ein Versuch, um ein bereits erhaltene Note (6) etwas zu erhöhen – was vermutlich leider nicht gelungen ist. Nun ja, man kann nicht alles haben – ich schon gleich gar nicht. Ansonsten bin ich momentan sehr intensiv mit meiner Diplomarbeit im Auftrag von Sweco (ehemals Grontmij) beschäftigt.
Und vom Hölzchen komme ich gleich auf's Stöckchen. Wie Dir vielleicht wohl bekannt ist, hat fast jede Ortschaft in Österreich eine eigene Webcam, um potentiellen Urlaubsgästen über das Internet einen aktuellen Blick auf die örtlichen (Schnee)Bedingungen zu bieten: Ich mache davon selbst auch gerne Gebrauch. Doch manchmal werden die Webcams auch von Menschen "missbraucht", z.B. um an vereinbarten Zeitpunkten mitten im Bild nach zuhausegebliebenen Freunden und Familie zu winken, oder um Grimassen zu schneiden, oder... es kann noch viel komischer. Letzteres bewies eine Gruppe von Wintersporttouristen im Skigebiet von Obergurgl-Hochgurgl im Ötztal:
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https://www.youtube.com/watch?v=MYuZnr6lKAc
Leider muss ich die Freude ein wenig dämpfen: Im Nachhinein erwies sich dieser Film als eine Inszenierung mit Unterstützung der Bergbahnen und des Tourismusverbandes. Aber die Idee ist sehr wohl dadurch entstanden, dass mehrere Leute die Webcams dazu benutzten, um ihren Schabernack in die weite Welt auszustrahlen. Und alles in allem ist es ein sehr gut gelungener Werbegag, denn die Aufnahme wurde in mehreren Ländern und über verschiedene Kanäle verbreitet und insgesamt von vielen Millionen Menschen gesehen.
Unterdessen sitze ich hier jedoch alleine in Holland, während der Rest meiner Familie wieder in Österreich den Schnee genießt, bereits zum xten Mal (ich komme mit dem Zählen nicht mehr nach). Im Winter nachdem ich mein Studium abgeschlossen habe, werde ich mir wohl eine Tirol Snow Card kaufen und dann zumindest einen ganzen Monat lang in Tirol zum Skifahren verbleiben... oder wahrscheinlich eher nicht, denn so lange bekomme ich erstens keinen Urlaub und außerdem bin ich zu knauserig, um mehr als €700 für eine Saisonkarte zu bezahlen. Aber jammern hilft nichts, die Zeit wird es zeigen. Ich gehe wieder an meine Arbeit, auf Wiedersehen.

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